Spätsommerliche Fülle

Wir werden reich beschenkt...

 

 

Der Septemberbeginn schenkt uns in diesem Jahr wundervolle Sonnenstunden. So können wir selbst und auch die Früchte & Kräuter nochmal Kraft tanken, um zur Reife zu gelangen.

Der Sommer neigt sich unübersehbar dem Ende zu und mit den kürzeren Tagen kommt in mir ein Gefühl des Abschieds auf. Wie in jedem Jahr löst es in mir einen leisen Schmerz aus, als müsste ich ein geliebtes Wesen ziehen lassen, nicht wissend, wann wir uns wieder begegnen...

 

 

Im Wissen um den nahenden Abschied genieße ich jede mit Wärme & Sonne gefüllte Stunde besonders bewusst, gönne mir mehr Momente des stillen Genießens im Garten.

Voller Dankbarkeit sitze ich dort im sommerlich warmen Sonnenlicht und lasse mich noch einmal damit auffüllen bis in alle meine Winkel.

Wenn ich nicht still sitze und staune & genieße & auftanke, bin ich in allen Teilen des großen Gartens unterwegs:

 

Einige Sommerkräuter wollen noch geerntet werden; als nach der Trockenheit des Hochsommers dann doch noch Regen kam, bekamen so einige noch einen Wachstumsschub.

Und natürlich ist da der Gemüsegarten, der uns eine wundervolle Gemüsefülle schenkt, die auch verarbeitet sein will.

 

Für mich ist das bewusste Leben im Jahrekreis längst zu einer Selbstverständlichkeit geworden.

Einfach dadurch, dass ich jeden Tag draußen bin und die Veränderungen im täglichen Umgang mit den Pflanzen erlebe.

So manches Mal frage ich mich, wie es wohl wäre, wenn ich keinen Garten hätte, den ich versorge und der mich versorgt. Und wenn ich immernoch in der Stadt wohnen würde.

Vermutlich wäre es schwieriger, die Jahreszeiten so intensiv wahrzunehmen und zu erleben.

 

Wie ergeht es dir damit?  Erlebst du den Jahreslauf intensiv- mit oder ohne Garten?

 

 

Besonders die Übergänge empfinde ich als gute Möglichkeit, kurz inne zu halten.

Nicht einfach so durchs Jahr zu "rennen", sondern immer mal kurz anzuhalten.

Zu schauen was war und was ist.

Ein solcher Übergang findet in diesen Wochen statt- schon jetzt ist er spürbar.

Und so können wir diese Zeit nutzen, um uns auf den Herbst vorzubereiten, der mit der Tagundnachtgleiche um den 21. September herum beginnt.

 

Für manche Menschen kann das ganz konkret bedeuten, sich um die Ernte in Feld & Garten

zu kümmern. Für andere geht  es vielleicht eher um die innere Ernte.

Beides hat das gleiche Grundthema: die Früchte, die ich gesät habe werden geerntet, sortiert, verarbeitet. Dies kann im Innen und im Außen geschehen- manchmal auch gleichzeitig.

Letztlich bereiten wir uns auf die dunkle Zeit vor, in der wir von unserem (inneren) Vorrat zehren. Für unsere Vorfahren war dies existenziell- wir können heute natürlich alles, was wir benötigen, jederzeit kaufen und die Jahreszeiten geflissentlich ignorieren...

Ich glaube jedoch, dass etwas ins uns dies nicht kann und es deshalb so gut tut, sich mit den Jahreszeiten zu befassen, sie bewusst zu erleben.

Vielleicht bist du ein Mensch, der die Herbsttagundnachtgleiche ohnehin bewusst begeht,

die innere und äußere Fülle feiert und Dank sagt.

Wundervoll  :o)

 

Falls du eher jemand bist, die/der sich damit noch nicht so intensiv befasst hat, hier eine Anregungen für dich, für die du keinen Garten mit Feuerstelle brauchst  ;o)

 

 

 

Du kannst ein kleines Erntedankfest feiern,

indem du dir einen schönen Tisch herrichtest,

auf dem du Früchte, Kräuter, Gemüse und andere Dinge, die für dich den Sommer symbolisieren,

schön arrangierst. So, dass es dir tiefe Freude bereitet, es anzuschauen.

 

 

 

Nimm dir Zeit dafür und stell dir deine Räucherschale oder dein Stövchen bereit,

möglichst mit einer herbstlichen Mischung, wie z.B.  Fülle in mir .

Oder vielleicht hast du selbst gesammelte, getrocknete Sommerkräuter?

 

An diesem Platz solltest du ungestört sein (Schild an die Tür, Telefon aus...) und zur Ruhe kommen können. Du kannst das Räucherwerk entzünden, die Gedanken abschalten und bewusst Bilder vom Sommer in dir aufsteigen lassen.

Wofür bist du dankbar?

Was nimmst du mit in den Herbst? Was nicht?

 

Lass dir  soviel Zeit, wie es sich für dich gut anfühlt und wenn du dein kleines Ritual beendest, denk daran, Teelicht oder Glut zu löschen.

 

 

 

Frage des Monats:

 

Bestimmte Fragen zum Räuchern tauchen in Anfragen von Kundinnen & Kunden immer wieder auf.

Da dachte ich mir, mache ich doch mal eine neue Rubrik auf, dann haben alle

was davon.  :o)

Und natürlich gibt´s auch eine Antwort auf die Frage.
Beides findest du dann auch in den Tipps, auf dass sie sich füllen!!

 

Wieviel von der Räuchermischung muss aufs Sieb und wie lange hält der Duft?

 

Vorab: Es gibt für mich keine allgemeingültige Antwort auf diese Frage.

Die Menge ist unter anderem abhängig davon, wie voluminös das Raucherwerk ist.

Wenn du Feinvermahlenes nimmst, wäre ein Teelöffel voll eine viel zu große Menge.

Wenn wie bei meinen Mischungen, die Teile eher groß sind, kann ein Teelöffel voll prima passen. Beim Räuchersieb ist es sinnvoll, es nicht zu voll zu packen.

Leg dein Räucherwerk so auf, dass es nicht in einer dicken Schicht mit "Berg" auf dem Sieb legt. Sonst kann es dir passieren, dass es unten drunter kokelt und du die ganze Menge wegtun musst, weil es nicht mehr gut riecht.

Daher lieber etwas weniger nehmen und dann immer mal nachlegen...

 

Auch wie lange es duftet hängt von mehreren Dingen ab.

Ein wichtiger Faktor ist die Hitze, der das Räucherwerk ausgesetzt wird. Die ist ganz unterschiedlich, je nach Teelicht. Da darfst du ein wenig ausprobieren, Bienenwachsteelichte brennen zum Beispiel oft wesentlich heißer als Paraffinteelichte.

Wichtig ist natürlich auch die Höhe des Stövchens; auf einem höheren Stövchen wird das Räucherwerk oft nur erwärmt und entwickelt keinen Rauch.

So duftet es über Stunden ganz sanft.

Bei niedrigerem Abstand zwischen Teelicht und Sieb, verfliegt der Duft schneller, da die größere Hitze die ätherischen Öle schneller löst.

Da kann es sein, dass der Duft nur wenige Minuten ganz intensiv zu riechen ist.

Gerade bei niedrigen Stövchen kann es sich lohnen, mit Rand & Mitte des Siebes zu arbeiten:

im Randbereich ist weniger Hitze und du hast ein sanfteres Räuchererlebnis.

 

Ein Beispiel aus meinem Alltag: 

Im Eingangsbereich unseres Hauses steht ein Räucherstövchen.

Dort lege ich je nach Tageszeit, Jahreszeit und Lust & Laune unterschiedliche Mischungen auf.

Meist duften sie dort über Stunden (je nach Brenndauer des Teelichts) und ich gebe immer mal etwas neues Räucherwerk zur bereits aufliegenden Mischung. 

Nur wenn es kokelt, räume ich das Sieb zwischendurch ab.

 

Fazit:  jede Mischung, jeder Raum und jedes Stövchen samt Teelicht ist unterschiedlich-  einfach ausprobieren ist die beste Variante...

 

 

 

 

Das war es für heute von mir   :o)
Ich wünsche dir einen wundervollen September mit sanften Sonnenstrahlen und melde mich an dieser Stelle im Oktober wieder.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare: 5
  • #5

    Andrea (Donnerstag, 13 September 2018 12:55)

    Ich bin eindeutig ein Herbst-/Wintermensch. Irgendwas liegt jetzt schon in der Luft, das Licht ist anders und ich mag den Nebel am frühen Morgen im Garten. Jetzt noch die Farbenexplosion, bevor alles für den Winter vorbereitet wird. Aber selbst da bin ich öfters im Garten und genieße die Stille und die besondere Stimmung. Jetzt beginnt für mich auch wieder die Räucherzeit :-)

  • #4

    Claudia (Freitag, 07 September 2018 23:15)

    Liebe Caroline,
    bei mir waren es nur die "alteingesessenen" Kräuter, die die Sommerglut gut überstanden haben... Meine ganzen neu eingesäten Beete sind mir nach und nach verdörrt, als Regentonnen & Zisternen leer waren.
    Solche Sommer kenne ich nur aus meiner Kindheit in Süditalien, wo ich jedes Jahr 6 Wochen in der Gluthitze des Südens verbrachte und das Wasser knapp war...

  • #3

    Caroline (Freitag, 07 September 2018 22:35)

    Erfreulich, dass es zumindest anderswo in Deutschland noch eine Kräuterernte gab. Bei mir gab es fast nichts, wir warten immer noch darauf, dass der nun schon 5-monatig Sommer endlich endet und der Herbst den ersehnten Landregen bringt...

  • #2

    Claudia (Freitag, 07 September 2018 18:06)

    Liebe Barbara, das klingt wundervoll- lieben Dank für deine Zeilen :o)

  • #1

    Barbara (Freitag, 07 September 2018 11:32)

    Auch ich spüre den nahenden Herbst, den Abschied vom Sommer. Es ist nicht nur Wehmut sondern auch Freude, Vorfreude auf einen neuen Jahresabschnitt. Diese Übergänge von einer Jahreszeit zur anderen mag ich ganz besonders, bedeuten sie doch immer wieder Abschied und Neubeginn. Die letzten Kräuter hängen zum Trocknen in meiner Küche und verströhmen einen wunderbaren Duft. Die Gläser mit meinen Küchenkräutern sind wieder gefüllt, die Papiertüte mir meiner Wintertee-Mischung hat sich gut gefüllt und ich schiebe den Genuss der ersten Tasse dieses Tees noch vor mir her, voller Neugier darauf, wie er wohl in diesem Jahr schmeckt. Leider sind ein paar Kräutchen der Trockenheit zum Opfer gefallen, so meine heiß geliebte Zitronenverbene. Sie hat meinen Tee komplett gemacht, leider muss ich in diesem Winter darauf verzichten. Statt dessen habe ich den Abrieb von Biozitronenschale getrocknet, ein hoffentlich guter Ersatz im Tee. Jetzt ist auch die Zeit, die Natur noch einmal in vollen Zügen zu genießen und ganz bewusst Abschied zu nehmen von ihrer Sommerfülle. Das mache ich während eines Wanderurlaubs in der Rhön. Zwei Wochen ganz alleine, ohne Verpflichtungen, draußen sein, Rückblick halten und mich auf Kommendes einstimmen. Dort werde ich dann den ersten Kräutertee genießen ...