Brennessel

... die feurige Unscheinbare ...

 

 

 

Wie auch der Giersch ist die Brennessel nicht unbedingt ein klassisches Räucherkraut.

Doch lohnt es sich, sie aufs Räuchersieb zu legen

und zu lauschen, was sie dir mitteilt.

 

 

 

Dafür musst du sie natürlich erstmal (vorsichtig) ernten. Wenn du dir nicht die Finger verbrennen möchtest, ist es ratsam Handschuhe dabei zu tragen.

Du findest sie an allen möglichen Orten, an denen es nicht ganz so aufgeräumt zugeht und leicht erkennbar ist sie auch- wenn du dir nicht sicher bist, berühr sie…

 

Jetzt im zeitigen Frühjahr läuft meist noch die Heizung und du kannst die Blätter gut in einem Körbchen ausbreiten und auf der Heizung trocknen. Wenn´s raschelt sind sie trocken genug.

Vorsicht, sie brennen auch trocken noch!  :o))

Wer einen Vorrat anlegen möchte, kann sie am besten büschelweise aufhängen und im Schatten an einem luftigen Ort trocknen.

 

Die Brennessel wird dem Planeten Mars zugeordnet, der als feuriger Planet und als Archetyp des Kriegers gilt.

 So wirkt sie auf der energetischen Ebene beim Räuchern wärmend und feuert die Lebenskraft an.

Wenn wir uns unbeweglich und „lahm“ fühlen oder wie eingerostet, kann sie uns in Bewegung bringen.

 

Sie macht wach und holt uns in den gegenwärtigen Augenblick, wenn wir zum Träumen neigen und das gerade nicht wollen. Deutlich wird das bei einem Spaziergang, bei dem du nicht auf deine Umgebung achtes, vielleicht in Gedanken ganz woanders bist: streifst du dabei eine Brennessel, ist es vorbei mit dem Rumträumen. Du bist unmittelbar in der Realität gelandet!

Diese Energie trägt sie in sich und teilt sie auch bei einer Räucherung mit.

 

Wer das Gefühl hat, ungeschützt zu sein, kann sie in Zeiten nutzen, in denen Schutz benötigt wird. Das bedarf vermutlich kaum einer näheren Erläuterung:  jeder weiß, dass der schmerzfreie Kontakt mit einer Brennessel nur ganz vorsichtig möglich ist.

Nähert man sich ihr schnell und grob, wird es unangenehm...

Ihre Brennhaare bieten ihr somit guten Schutz vor Übergriffigkeit.

 

Besonders gerne empfehle ich Räucherungen mit Brennesseln Menschen, die sich als unscheinbar empfinden, sich zu wenig wahrgenommen fühlen und darunter leiden.

Oft reagieren sie aus Unsicherheit bei plötzlicher Berührung bzw. Kontaktaufnahme

erstmal abwehrend.

Wie die Brennessel selbst, werden sie oft erst wahrgenommen, wenn der Kontakt mit ihnen „brennt“, zum Beispiel durch beißenden Sarkasmus.

Hier kann das Räuchern als Möglichkeit genutzt werden, tiefer in das Wesen der Pflanze einzutauchen und zu verstehen, wie sie sich (an)fühlt. Dies  kann wie ein Blick in den Spiegel sein, um sich selber besser sehen und begreifen zu können. Und vielleicht auf diese Art herauszufinden, was der verletzliche Teil ist, der da geschützt wird.

 

Beim Räuchern von Brennessel erleben wir kein besonderes Fest für die Nase- ihr Besonderheit ist nicht der Duft. Trotzdem würde ich empfehlen, sie zunächst einzeln zu verräuchern, um ihre Botschaften unverfälscht wahrzunehmen. Dies geschieht am besten auf dem Sieb, da ihre Zartheit in der heißen Glut von Kohle untergeht.

Sie eignet sich auch für alle Mischungen, in denen es darum geht präsent & wach zu sein. Auch Mischungen, die Schutz zum Thema haben, können gut mit der Brennessel bereichert werden,

sowie Mischungen , die uns in Bewegung bringen sollen.

 

 

 

 

Übrigens gibt es einen besonders guten Grund,

der Brennessel einen Platz im Garten zu überlassen:

sie nährt eine Vielzahl von Schmetterlingen.

Einige Arten wie der Admiral, der Kleine Fuchs und das Landkärtchen sind sogar komplett auf sie angewiesen.

 

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